Sonntag, 11. März 2012

"Danke, dass Sie mitgemacht haben!"

Heute war Pfadfindermesse, im normalen Gemeindegottesdienst oder besser, anstelle dessen.
Und dieser "Dank" am Ende an die versammelte Gemeinde schien mir auch nötig. Muss man eigentlich noch mehr sagen außer "Pfadfindermesse"? Kenne mich da nicht so aus, aber was ich bisher hörte und erlebte, war eher gruselig.

Angekündigt war fetzige Musik (das klingt irgendwie nach 80er...) mit Charthits und Gospel.
Eingangs dann zum Beispiel "Es ist nicht deine Schuld" von den Ärzten oder irgendwie nach dem Kyrie ohne rechten Bezug zum liturgischen Ablauf Udo Lindenbergs "Mein Ding". Da war man froh, dass zur Gabenbereitung ein Lied mit den Worten "bread", "wine" und "Lord" vorkam. Anstatt Sanctus gab's "Oh Happy Day", alle schön vor dem Altar zur Gemeinde hin und klatschend...
Lesung(en) fiel aus, Predigt gabs nicht, sondern eine Vorstellung, was die Pfadfinder so gemacht haben im letzen Jahr und eine Scheckübergabe an zwei Spendenprojekte, natürlich mit Posieren zum Foto.

Ja, könnte noch mehr aufzählen. Ich frage mich echt, warum muss das sein? Der Dank der Pfadfinder ging übrigens auch an den Pastor, dass er so offen war und alles zuließ.
Dieser Gottesdienst war so selbstdarstellend, selbstbezogen, so innerweltlich, dass es schon eigentlich kein Gottesdienst mehr gewesen wäre, hätte der Zelebrant nicht ab und zu noch die Kurve zum Gottesbezug bekommen. Und das Hochgebet war zum Glück ohne besondere "Einlage", aber natürlich eines von den Kinderhochgebeten (glaube ich)...
Ach mensch...

Musste mir das jetzt erstmal von der Seele bloggen, hab auch schon mit einer Bekannten geredet, die heute mal zufällig bei uns in der Kirche war.
Haben nur gesagt: "Gut, dass der und die nicht in der Messe heute hier waren"... ;-)

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

Hm, wart Ihr auf der Lieth?

magdi hat gesagt…

Nee, ich war in St. Meinolf. Kennste?

ichwesen hat gesagt…

Ich glaub, ich weiß wie Sie sich fühlen. Es ist frustrierend mitanzusehen, wie die hl. Messe durch kreative Einlagen und liturgische Experimente profanisiert wird. In die Familiengottesdienste am letzten Sonntag des Monats gehe ich schon gar nicht mehr...

magdi hat gesagt…

Oh ja, "Familiengottesdienste" sind ein gutes Stichwort. Ich versuche, sie aber nicht nur zu "ertragen". Entweder wirklich andächtig mitfeiern (und nicht immer innerlich aufstöhnen) oder einfach eine andere Messe besuchen.