Sonntag, 14. Juli 2013

Der Vatikan und kirchliche KiTas

Hab grad bei Twitter eine Diskussion gehabt, ging meines Erachtens ein bisschen Querbeet von Kritik an republikanischer Politik in Amerika, über den Papst und zur Frage, warum den kirchliche KiTas keine kostenlosen Plätze anbieten, so als Vorbild für andere.
Ich will mal versuchen, alles noch etwas nachzuvollziehen und in so nem längeren Textbeitrag kann ich auch alles noch etwas mehr ausfalten, was meine Punkte sind.
Wer weiß, vielleicht liest die Diskutantin das dann auch hier.
Ausgangspunkt war die Aussage in einem Tweet, in dem behauptet wurde, dass diejenigen, die sich am vehemensten gegen Abtreibung aussprechen, sich am wenigstens um das Kindeswohl scheren. Ich fragete, was damit gemeint sei, mein Eindruck sei eher konträr. Dachte dabei vor allem an Äußerungen und Taten der Kirche, angefangen von bischöflichen Worten bis hin zu karitativen Einrichtungen, Hilfsangeboten oder auch dem persönlichen Einsatz der Familie.
Daraufhin wurde erklärt, man dächte einerseits an die Republikaner in Amerika, aber auch an den Vatikan. Bei der repbublikanischen Politik waren wir schnell einig, dass der Einsatz gegen Waffenverbote, Steuererleichterungen für Reiche, kein staatliches Gesundheitssystem etc. nicht grade familienfreundlich sind und damit dann wohl auch das Kindeswohl gefährden.
Zurück zum Vatikan: Ich meinte, dass sich Kirche doch oft für Familien und Kinder einsetzte. Daraufhin dann der Einwand, dass Einsatz ja nicht nur in Worten, sondern auch in Taten geschehen solle, z.B. sollten doch kirchliche Kitas kostenfrei sein.
Dazu meine Meinung etwas ausführlicher: Klar, wäre es ein schönes Zeichen, wenn die Kirche ihre Plätze kostenfrei anböte. Aber ist das denn gerecht? Es gibt ja nicht nur kirchliche Kitas, zurecht. Und wenn dann Plätze bei der Kirche kostenfrei wären, andere nicht, wäre das doch eine sehr große Ungerechtigkeit. Eben zu Ungunsten der Kinder und Eltern, die keine Betreuung in einer kirchlichen KiTa wünschen oder wo es keine Plätze gibt. Und als Vorbild taugt es meiner Meinung nach auch nicht. Die Betreuung kostet nun mal und da wird kaum eine Kommune oder ein freier Träger sagen, dass die Plätze nun ebenfalls kostenfrei angeboten werden.
Außerdem, da bin ich mir recht sicher, ist in den meisten Fällen und Kommunen der KiTa-Beitrag einheitlich geregelt, jedenfalls wenn es um öffentlich geförderte Plätze geht. Da zahlen Eltern nach Einkommen, das heißt, wer wenig hat, der zahlt wenig oder gar nichts. Wer es sich leisten kann, zahlt eben mehr. Ich finde das grundsätzlich ok. (Und das Fass, ob es denn gerecht sei, dass KiTa etwas kostet, die universitäre Ausbildung aber nicht, jedenfalls nicht in dem Maße, das will ich hier nicht aufmachen.)
In den Tweets hatte mich auch noch gestört, dass "der Vatikan" mit Kirche gleichgesetzt wurde. Findet man häufiger, leider. Der Vatikan ist aber nicht "die Kirche". Es gibt die oberste Verwaltungsbehörde der Kirche, die in Rom sitzt, den Papst als Oberhaupt der Kirche auf der Erde, es gibt aber auch die Kirche im Kleinen. Angefangen in der Familie oder eben die Kirchengemeinde vor Ort. Oder das Bistum. Ist alles Kirche, aber hat doch ganz unterschiedliche Zuständigkeiten, von der Erziehung und Glaubensweitergabe in der Familie, über die Unterstützung der Familie vor Ort durch KiTas oder Schulen (Pfarrgemeinde bzw. Bistum). Und dann eben die römische Verwaltungsbehörde, die eher andere Aufgaben wahrnimmt. Z.B. die, sich weltweit für den Schutz der Familie und des Lebens einzusetzen, also sich in diese Richtung zu äußern. Bin nicht ganz sicher, ob das so verständlich erklärt ist?
Dann ging's noch um die Frage, ob der Papst was zur Abtreibung zu sagen hätte. Ich finde, sehr viel, obwohl er nicht Vater werden kann und keine Kinder hat. Flapsig gesagt, darf ich denn keine Meinung zum Zölibat haben, obwohl ich kein Priester bin? Und etwas ernster: Der Papst ist als Oberhaupt der katholischen Kirche auch eine moralische Instanz.In seiner Eigenschaft, die Kirche auf der Erde zu leiten, ist es geradezu seine Aufgabe, Gottes Wort zu verkündigen und Jesu Botschaft immer wieder in die Welt zu tragen. Und diese Botschaft ist ganz klar eine Botschaft des Lebens. Gott liebt jedes Leben, auch das Ungeborene. Deswegen und auch, weil wir Menschen nicht Herr über das Leben sind, kann und sollte der Papst, die Bischöfe und jeder einzelne Christ sich immer wieder gegen Abtreibung einsetzen. Denn dabei wird das Leben negiert.
Und es sind meines Erachtens nach grade die kirchlichen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Beratungsstellen etc. die sich für jedes Kind und sein Wohl einsetzen.
Und, nebenher gesagt, ich als Mutter kann es einfach nicht verstehen, wie sich jemand für das Recht auf Abtreibung einsetzen kann. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Ich kann rational nachvollziehen, dass jemand Gründe haben kann. Aber rein emotional ist mir das völlig unbegreifllich.


Kommentare:

Stephanie T hat gesagt…

Ich sehe das ähnlich wie du.
Und gerade beim Thema Abtreibung bin ich sehr froh, dass wenigstens der Papst noch Stellung bezieht...

Liebe Grüße
Stephanie

magdi hat gesagt…

Es ist so ein heikles Thema und grad in Deutschland trauen sich da wenige, konkret etwas zu sagen. Danke dir für deine Zustimmung.