Sonntag, 28. Oktober 2012
Gesten
Und dann frage ich mich doch immer mal wieder, ob's ok ist, noch mal ne Verneigung zu machen, wenn ich wie heute am Altar vorbei noch ein Gotteslob hole. Oder ob es nicht ein bisschen zu frömmelnd ist.
Mittwoch, 15. August 2012
Klein g, Groß G, F und sowas...
Freue mich, wenn dann auf den anderen Blogs was "Zum Tage" zu lesen ist, dann sind die ganzen Feste und dergleichen wenigstens ein bisschen in mein Bewusstsein gekommen.
Und selbst einige der Hochfeste, wie z.B. das heutige, sind früher einfach an mir vorbei gegangen. Weiß auch gar nicht, warum, aber in die Messe gingen wir da früher nicht. War ebenso mit Fronleichnam, das wurde am darauffolgenden Sonntag nachgefeiert. Nur der Dreikönigstag, Allerheiligen und auch Allerseelen (obwohl ja "nur" Gedenktag) wurde mit dem Messbesuch "veredelt". Aber Marienfeste, ganz gleich welches, gab's nur, wenn sie zufällig am Sonntag gefeiert wurden. Das hat sich erst etwas geändert seit dem Studium, da bin ich dann schon noch etwas aufmerksamer geworden.
Und so gabs heute früh den Messbesuch im Dom (mit Senioren und Anzugträgern) und heute abend dann wird gegrillt, zur Feier des Tages. Mit Whiskey und Rosmarin marinierte Steaks warten schon im Kühlschrank auf ihren Einsatz. :-)
Samstag, 28. Juli 2012
Mein Blog und ich
Heute beim Libori-Bloggertreffen (wird sicher noch berichtet) ging's auch kurz darum, wofür, warum wir schreiben. Für mich ist mein Blog einfach nur eine Art "Gedankenablageplatz". Und es hat mich ja zugegebenermaßen schon anfangs kurz erschreckt, dass hier Leute wirklich mitlesen, sogar welche, die ich persönlich kenne. Klar, ich weiß, ich schreibe einen öffentlichen Blog. Da kann jeder mitlesen, der will. Aber ich geb's gern zu, dass es sicher nicht mein Hauptziel ist, gelesen zu werden und damit möglichst viele zu erreichen oder gar irgendwas zu bewirken. Ich blogge einfach, weil es Spaß macht.
Und natürlich, ich freue mich über jeden, der hier mitliest oder sogar kommentiert. Und der dann auch ein bisschen versteht und nachvollziehen kann, was ich da so zusammentexte.
Samstag, 21. Juli 2012
Gebetszeit
Ein wenig unzufrieden bin ich ja mit meiner persönlichen Frömmigkeit. Also in dem Sinne, dass ich manchmal schon gerne mehr Zeit ins persönliche Gebet investieren würde. Klappt aber nicht, aus Bequemlichkeit, eingefahren Abläufen, ich vergesse es...
Und dann fiel mir grad beim Zähneputzen ein: Was wäre denn, z.B. diese drei Minuten morgens und abends zu nutzen? Sozusagen als Anfang. Ein wenig Bedenken wegen der Würdigkeit hab ich aber schon. Nun, ein Gebet kann ich nicht nur in absolut stillen Momenten wie kurz vorm Schlafen oder andächtig in der Kirche sprechen. Werd's mal versuchen...
Donnerstag, 12. Juli 2012
Müttergesundheit
Und dann geht es dabei immer (oder jedenfalls fast) nur um Verhütungsmittel.
Warum nennt man es dann nicht gleich so?
Ärgert mich schon ziemlich.
Und ja, mir ist klar, dass eine Schwangerschaft in armen Ländern ein viel größeres Risiko ist für die Gesundheit einer Frau. Aber ist dann die Antwort einfach in dem Sinne, dass möglichst viele Verhütungsmittel verteilt werden?
Dienstag, 6. März 2012
Kinder in der Werktagsmesse?
In den letzten Wochen habe ich es ab und zu geschafft, hier im Dom eine der Werktagsmessen zu besuchen, zusammen mit meinem Einjährigen. Er sitzt meist recht brav in seinem Wagen und hält die 35 bis 40 Minuten der Messe ganz gut aus, aber eben nur ganz gut. Ab und zu quietscht oder jammert er dann schon mal.
Ich muss noch sagen, dass ich schon von einigen der regelmäßigen Besuchern gehört habe, was ich doch für ein braves Kind hätte.
Nun, es stimmt, im Großen und Ganzen klappt es ganz gut mit ihm in der Messe.
Aber ist es nicht doch ein bisschen störend, grade in so einer kleinen, übersichtlichen Gottesdienstgemeinde?
Was meint ihr, habt ihr Erfahrungen, eigene Erlebnisse? Stört es eure Andacht sehr, wenn es ab und zu mal ein paar Kindergeräusche gibt und eine Mutter/ ein Vater ein Kind umherträgt?
Montag, 20. Februar 2012
Ein Pfarrer als Bundespräsident?
Aber bitte, überall steht, dass nun ein Pfarrer gewählt werden soll. Der Mann ist seit über 20 Jahren kein Pfarrer mehr! Er ist Politiker, wenn auch parteilos.
Mittwoch, 8. Februar 2012
Interessant...
Nun gab es dazu schon mehrere Leserbriefe in der Kirchenzeitung "Der Dom".
U.a. schrieb eine betroffene Mutter und die relativiert die schönen Konzeptaussagen ganz gewaltig. Sie merkt an, dass die Eltern nur über die neue Art der Vorbereitung und der Erstkommunionfeier informiert wurden, es keine Diskussionsmöglichkeiten dazu gab und dass viele Eltern nicht mit dem neuen Konzept einverstanden waren. Trotz Beschwerden, Änderungswünschen etc. gibt's nun wohl eine Gruppe von Eltern, die in Eigeninitiative die Erstkommunionvorbereitung gestalten. Sie haben sich alle zusammen einen Sonntag im Mai als "ihren" Erstkommuniontag ausgesucht. Damit ist dann wohl die Absicht des Pastoralteams gescheitert, dass man die Erstkommunionen der Kinder "einfach so" in die normalen Gemeindegottesdienste integrieren kann.
Interessant, Eltern wünschen sich eben ein gemeinsames Fest für ihre Kinder. Und es ist ja nun auch ein berechtigtes Anliegen, dass die erste Heilige Kommunion in einem feierlichen Rahmen begangen wird.
Ich finde aber, dass der Gedanke, dass jeder Sonntag ein Fest ist, dass also immer die Möglichkeit besteht, eine festliche Erstkommunion zu feiern, weiterhin bedenkenswert. Vielleicht liegt der Grund für die Verstimmungen in der Gemeinde aber, wie so oft, in der fehlenden Kommunikation. Klar, was jahrelang normal war und gerade deswegen geliebt wurde, kann man nicht einfach so abschaffen. Die Eltern und die ganze Gemeinde mit einzubeziehen in neue Wege der Sakramentenkatechese ist nun mal nicht so nebenher zu realisieren.
Dienstag, 2. August 2011
Genug?
Ich habe gespendet - Kann ich mich jetzt ruhigen Gewissens zurücklehnen?
Habe ich damit genug getan?
Beten - Hilft das gegen die konkrete Not?
Es ist ein schreckliches Gefühl zu wissen, dass jede Minute Menschen sterben: Erwachsene, Kinder, Babys...
Donnerstag, 28. Juli 2011
Missionarisch?
Hab heute in der hiesigen Kirchenzeitung auch was zum "missionarisch-sein" bzw. vielmehr "nicht-missionarisch-sein" gelesen. Und das hat mich echt geärgert.
Ein Pfarrer aus dem Bistum Magdeburg äußerte sich:
Religiöse Kinderwochen (erfreuten) sich nach wie vor großer Beliebtheit. Daran nähmen auch viele Kinder teil, die zwar in katholische Kindergärten gingen, aber nicht getauft seien. Auch viele atheistische Eltern sähen es gern, wenn ihre Kinder mit der religiösen Tradition vertraut gemacht werden. " Das führt sie aber nicht dazu, sich in irgendeiner Form wieder kirchlichem Leben anzunähern", warnte Pfarrer Sch. vor überzogenen Erwartungen.Man, das ist doch echt ärgerlich! Da gibt es die Chance, nicht-religöse Menschen zu erreichen und dann soll man keine "überzogenen Erwartungen" haben. Bitte, hier ist doch die Chance, missionarisch zu wirken, das Christentum bekannt zu machen, davon zu begeistern! Aber wahrscheinlich sind wir so langweilig, dass wir es gar nicht für möglich halten, dass wir andere Menschen von Christus begeistern können...
Dienstag, 14. Juni 2011
"Seid ihr eigentlich echt?"
Was lernen wir? Eine Webidentität ist anscheinend doch manchmal nicht so ganz echt.
Wie ist es bei den Blogs, die ich lese? Sin ja größtenteils aus der sog. Blogozöse. Nun, einige Blogger kenne ich persönlich (brauchte nur manchmal etwas, um herauszufinden, wer da blogt), einige bloggen ja unter ihrem echten Namen (jedenfalls denke ich das), aber bei den meisten weiß ich nicht, wer die Person ist, die da schreibt.
Hm, gab ja schon mal ne Diskussion, ob Klarnamen nötig und erwünscht sind, ich schreibe ja auch nicht meinen vollen Namen.
Aber wer weiß, wer hier alles so rumgeistert...
Donnerstag, 13. Januar 2011
Ja, ist denn heut' noch Weihnachten?
Hm, aber in der Liturgie ist seit Montag wieder grün angesagt, die Texte mögen zugegebener Maßen noch den Anfang des Wirkens Jesu darstellen, aber Weihnachten ist da nicht mehr.
Bei nicht wenigen Katholiken, auch in manchen Kirchen stehen die Krippen und die Weihnachtsbäume bis zum 2. Februar.
Ich hab ja persönlich nichts dagegen, aber bitte, wenn's zu Ende ist, dann ist's zu Ende. Und Weihnachten endet nun mal nach dem liturgischen Kalender mit der Taufe Jesu, also letzten Sonntag. Und jetzt ist wieder Alltag dran. Und "nur weils so schön ist", noch die "Weihnachtsdeko" stehen lassen? Oder weil es "früher" so war? Hm, dann aber bitte auch konsequent bei allem so wie "früher"...
Donnerstag, 6. Januar 2011
Wozu Ehrenamt?
Ich habe manchmal das Gefühl, dass Ehrenamt, in welchem Bereich auch immer, nur um der Tätigkeit willen gefordert wird. Es scheint wichtig zu sein, dass sich jemand engagiert, quasi als persönliche Auszeichnung. Ehrenamt, weil es mir etwas nützt?
Ich muss zugeben, ich habe bis vor einiger Zeit noch nie darüber nachgedacht, warum ich mich in welchem Rahmen auch immer engagiere, früher in der kirchlichen Jugendgruppe, der Kinder- und Jugendpolitik oder später an der Uni in Fachschaft und Hochschulgemeinde.
Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann wird mir deutlich, dass "mein Engagement" eigentlich immer in den Bereich leigt, in denen ich sowieso schon zu Hause bin. Ich persönlich habe nie irgendwelche Aufgaben übernommen, weil ich einfach irgendwas tun wollte oder weil ich mir gar einen persönlichen Nutzen davon versprach für den Lebenslauf oder so. Alten Leuten im Altenheim aus der Zeitung vorlesen? Hm, kam mir irgendwie noch nie in den Sinn, da habe ich einfach überhaupt keinen Bezug zu.
Es schien und scheint mir noch immer so, dass wenn ich mich irgendwo einbringe, weil ich es gern möchte, weil es auch ein Geben und Nehmen ist. Nur dann ist es auch irgendwie "echtes" Engagement, denn ich tue etwas nicht, weil ich es muss, sondern weil ich gern will.
Vielleicht klingt das jetzt ein wenig egoistisch? Heißt Nächstenliebe üben, dass ich nur ich in meinem Unfeld bleibe? Ist die "bessere Nächsteliebe" die, die sich den "wirklich Hilfsbedürftigen" zuwendet?
Kann ich Engagement und Nächstenliebe überhaupt synonym verwenden?
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Ordentlicher Gottesdienst?
Aber nun hatte ich mal wieder ein paar Gedanken, die ich teilen will, mal sehen, ob es auch interessante sind... ;-)
In vielen Blogs geht es ja häufig um eine würdig gefeierte Liturgie. Gerade deswegen lese ich auch so gern mit, weil mir eine "ordentliche" Messfeier auch wichtig ist. Aber ich hab gemerkt, dass es nicht nur an der "Ordentlichkeit" hängt, jedenfalls bei mir nicht. Ich möchte IHM im Gottesdienst begegnen und da spielen auch andere Dinge mit rein, finde ich.
Zum Beispiel: Am Wochenende war ich bei meinen Eltern zu Besuch, es waren noch mehr Verwandte da, ein recht große Runde. Am Sonntag sollte dann in der Frühmesse lateinisches Amt sein, zum ersten Mal in unserer Gemeinde nach Ewigkeiten, das gabs nicht beim alten Pfarrer und der neue hat es nun eingeführt. Ich hab mich darüber sehr gefreut, weil ich es gut finde, mit der Sprache Weltkirche und Einheit mit ihr auch in die kleine ostdeutsche Stadt zu bringen... Und ich lateinische Messe, nicht immer, aber schon ab und zu, auch gerne mitfeiern mag.
Naja, aber wir gehen eigentlich immer in die Messe um 10 Uhr, also klassische Familienzeit. Und es war mir dann auch tausendmal wichtiger mit allen Familienmitglieder zusammen Gottesdienst zu feiern und nicht irgendwelche Spaltereien anzufangen.
Ich denke, das ist ein ebenso wichtiger Aspekt: Ich feiere nicht für mich allein Gottesdienst und muss darauf achten, dass auch alles "richtig" gemacht wird. Es geht mir nicht nur um Schönheit und Korrektheit, klar, es hilft. Und vielleicht nervt es mich ein bisschen, wenn irgendwelche komische Kinderhochgebete verwendet werden, bei dem dann auch die paar anwesenden Kleinen irgendwas leise brabbeln am Altar und die Gemeinde antworten soll. Aber ich hoffe und glaube, dass IHM das egal ist, dass ich IHM auch begegnen kann, wenn nicht alles "römisch" ist. Auf meine innere Haltung kommt es doch an. Und Gottesdienst feiern bedeuet auch, sich in der Gemeinschaft zu wissen, in der Hauskirche der Familie. Christ bin ich ja schließlich nicht allein. :-)
Mittwoch, 12. Mai 2010
Kirchentag
Eigentlich habe ich keine Lust, na, bin gespannt, wie es so wird.
Diese vielen Menschenmassen, riesige Hallen und Plätze voll, das mag ich nicht so sehr.
Und dann bin ich, wie viele der anderen Blogger ja auch, eher skeptisch, was inhaltlich dort in München geschieht.
Na, aber ich hab überlegt, es könnte auch daran liegen, dass ich so ein bisschen einen "Kirchen-Overload" hab. Klingt komisch, ich weiß. Ich meine damit aber, dass ich durch Studium, Gespräche auf der Arbeit, die Arbeit selbst, Blogs und verschiedene katholische Internetseiten lesen mein Alltag schon ziemlich voll ist mit Kirchenthemen.
Deswegen muss ich mir dann nicht noch Podien ansehen zu "Konfessionsverbindenden Ehen" oder dergleichen.
Aber so geht es mir. Was ist mit all den Menschen, die in der Diaspora leben, gefühlt oder wirklich? Ich glaube, für sie ist so ein Treffen wirklich eine Chance, die Gemeinschaft der Kirche zu erfahren, Neues zu hören aus Kirche und Theologie, sich auszutauschen.
Also, positiv denken, dann wird's schon gut!
Dienstag, 30. März 2010
Eliten und Missbrauch
Ich finde es interessant, wie sprachlos (naja, im übertragenen Sinne, ist ja schließlich geschriebene Sprache) und unfassbar erstaunt dieser Artikel ist, der sich fragt, wie gerade an dieser Schule solche Dinge passieren konnten. An dieser „Eliteschule“, mit einem Richard von Weizsäcker als Vorsitzenden des Elternbeirats. Ich hab ein bisschen den Eindruck, dass man hier noch viel mehr nach Erklärungen und Verstehen sucht als bei den Fällen an den katholischen Schulen. Auf der einen Seite die unantastbare, „hochheilige“ Reformpädagogikschule und auf der anderen Seite die katholischen Schulen. Und die Katholiken haben ja eh ein verklemmtes Verhältnis zu Sexualität, da ist Missbrauch ja kein Wunder. *ironie“ Aber an einer Reformschule? Offensichtlich kein Widerspruch.
Donnerstag, 25. März 2010
Traurig und schön zugleich
Der Junge lebt jetzt in einer Pflegefamilie, wächst dort auf, mit allen Schwierigkeiten und Freuden. Wie schön, dass es Menschen gibt, für die ein Mensch ein Mensch ist und ihn bedingungslos lieben.
Die leibliche Familie aber ist zerbrochen, die Mutter tot, der Vater wohl völlig verzweifelt. Wie traurig, dass ihnen damals keine Hilfe angeboten wurde. Nur wenige Stunden nachdem sie erfahren hatten, dass ihr Kind behindert ist, wurde die Geburt und damit sein vermeintlicher Tod eingeleitet.
Ich frage mich, ob man wütend auf die Frau sein darf, auf die Frauen und Männer, die ihre Kinder töten, weil sie behindert sind. Eigentlich bin ich wütend. Man kann doch keinen Menschen töten, schon gar nicht so einen kleinen, wehrlosen. Einerseits von Menschlichkeit und Werten reden und dann doch hinnehmen, dass diese mit Füßen getreten werden. Aber: Ich kann doch gar nicht nachvollziehen, wie es ist, zu erfahren, dass das Kind, das man erwartet und sich sehr gewünscht, schwer krank ist. Was das bedeutet, für Eltern und Kind. Mit dem neuen Gesetz zu Spätabtreibungen, in dem immerhin eine längere Frist vorgeschrieben wird, auch die Beratungen verbessert werden sollen bzw. die Hinweise drauf, kann so eine Situation hoffentlich nicht mehr passieren. Aber jede Abtreibung ist doch eine zu viel...
Sonntag, 7. März 2010
Vertrauensverlust
"Wichtig scheint es mir in diesem Zusammenhang zu unterscheiden zwischen dem, was strafrechtlich relevant ist und dem Vertrauensverlust der Kirche. Der ist mit strafrechtlichen Mitteln nicht wettzumachen und wird nicht so schnell verjähren. Für den Staat ist die Sache erledigt, wenn der Täter gestorben ist. In der Kirche muss man sich dagegen bewusst machen: Ihm wurde Vertrauen entgegengebracht, weil er Mitarbeiter der Kirche ist. Der Täter hat das immense Vertrauen missbraucht, das die Kirche als Institution – mit Recht – genießt. Insofern nimmt an jedem einzelnen Fall die gesamte Kirche Schaden, der kaum zu reparieren ist." (Prof. Dr. Myriam Wijlens)
Das ganze Interview hier.
Dieses Vertrauen, das besonders in kirchliche Mitarbeiter gesetzt wird, in Priester, Ordensleute, Seelsorger überhaupt. Kann man sagen, dass es tausendmal schlimmer ist, wenn ein Priester Täter wird? Eine Vertrauensperson...
Und was ist dann mit dem Eindruck von Kirche überhaupt, der ensteht? Differenziert betrachtet handelt ein Einzeltäter, der ebenso der nette Nachbar von nebenan sein kann.
Aber ein Priester ist eben doch in seinem priesterlichen Dienst nicht Einzelperson, sondern handelt als Teil der Kirche...
Societas perfecta?
Die Kirche ist nicht das Paradies auf Erden, ihre Glieder sind hier in Sünde verstrickt und somit wird auch auf das Ganze ein schlechtes Licht geworfen. Natürlich ist nicht die Kirche an sich sündig, kann sie ja gar nicht, wenn sie doch von IHM selbst gestiftet wurde und wir glauben und darauf vertrauen, dass SEIN Geist auch heute noch wirkt.
Aber wenn es doch unserre Aufgabe ist, SEINE Botschaft zu verkünden und wir dann dem Bösen verfallen, wenn Glieder der Kirche Verbrechen begehen oder sich moralisch verwerfliche Taten zu schulden kommen lassen, dann kann ich manche Kritik sogar manchmal ein bisschen verstehen.
Müssen nicht Priester und Gläubige, gerade die in der Verkündigung tätig sind, nicht auch besonders "gut" sein? Dürfen sie angreifbar werden?
Natürlich, niemand kann perfekt sein und manches ist nur zu "menschlich". Aber sind doch die Ansprüche gerade von Kirchenfernen oder Skeptikern oft hoch, gerade an eine "Anstalt, die immer wieder den moralischen Zeigefinger erhebt". Müssen wir dem nicht auch, wenigstens ein bisschen, genügen. Wie könen wir denn IHN verkünden, wenn auf den Kern der Botschaft gar nicht vorgedrungen werden kann?
Mittwoch, 3. März 2010
Lehrstühle für islamische Theologie an deutschen Hochschulen
Puh, auf den ersten Blick: Ja klar, warum nicht? Wenn Pfarrer oder evangelische und katholische Religionslehrer an deutschen Hochschulen ausgebildet werden, warum dann nicht auch Imame oder islamische Religionslehrer?
Aber warum werden denn christliche Theologen an öffentlichen Institutionen ausgebildet? Das kann man doch wohl nur historisch (Kirchenverträge und Konkordate) und auch eben wertbezogen erklären, mit der besonderen Verbindung von Kirche und Staat in Deutschland. Zudem sind die christlichen Kirchen anerkannte Religionsgemeinschaften und haben damit besondere Rechte.
Mit dem Islam ist das meines Wissens nach bisher noch nicht geschehen, wen sollte man auch anerkennen? Die vielen kleinen Moscheevereine, islamische Verbände oder DITIB, einen Vertreter der türkischen Religionsbehörde und damit des türkischen Staates?
Schwierig, schwierig...